Der diesjährige Gedichtwettbewerb stand anlässlich der „Heimattage Baden-Württembergs“ unter dem Leitthema „Unsere Heimat“ und wir haben uns über die vielen Schülerinnen und Schüler, die ein Gedicht eingereicht haben, sehr gefreut. Den Siegern winkte jeweils ein Büchergutschein und eine Teilnahme an der Gedichtwerkstatt mit der Lyrikerin Eva Christina Zeller.

Die Jury hat lange überlegt und sich schließlich entschieden…

Hier findet hier nun die Gewinner und ihre tollen Gedichte. Viel Spaß beim Lesen!

Namenloser Dritter,
Du, der einst hier geboren war,
warst unsere Hoffnung auf Zukunft.
Du solltest unsere bescheidene Erbschaft
endlich zu goldenem Glanze führen
zum Stolz unserer Ahnen.
Doch Du bist der scheußlichen Illusion verfallen,
besser zu sein als die Anderen
und hast unserem Erbe den Rücken gekehrt.
Du bist nur dem Ruf der Metropolen gefolgt
und hast uns verleugnet, verachtet, verhöhnt
und ließt den Boden deiner Heimat veröden.
Beständig haben wir deinen Namen gerufen,
doch unsere rufende Münder hast du mit Geld verstopft,
das wir wie Verdorbenes wieder erbrachen.
Namenloser Dritter,
darum haben wir Dich vergessen,
Deinen Namen, Dein Gesicht.
Doch jetzt bist Du zurückgekehrt!
Ist Dir die Welt nicht genug,
für Dein anonymes Grab?
Im kalten Schnee liegt ein kleines Dörfchen vom Wald umgeben Erinnerung, Bekanntes im Weiß versunken Der Schnee fällt leise auf die Dächer und Straßen meiner Heimat. Der Winter zieht an ihr vorbei Auf den bekannten Straßen grüßt jeder den anderen egal ob alter Schulfreund Nachbar oder nur eine flüchtige Bekanntschaft Aber bald schwindet das Weiße und das Grün kehrt zurück Jedes Blümlein, das sich zum Himmel streckt wird am Ende durch das Weiße erdrückt
Hier bin ich es ist so verwunderlich hier kann ich weinen, lachen und schreien hab´ hier meinen eig´nen freien Willen … wie kann ich ihn stillen? Mit guter Musik und Büchern! Hier war ich merkte, wie so manches von mir wich. Sah die Sonne, den Regen, den Wind, Ich war wie ein kleines Kind… Erleichterung fand ich in der Dämmerung, durch weiche Farbenvielfalt! Hier bleib ich ich auch wenn andere ärgern mich. Werde weiterhin Gewitter lieben Werde weiterhin Belastungen wegschieben … werde weiterhin glücklich sein? Freiheit in meiner launenhaften Einheit bringt nur heiße Milch mit Honig!
Dort bin ich nicht allein, Daheim. Vater und Mutter sind hier, Auch meine Schwestern sind bei mir. Ich fühle mich geborgen Und habe keine Sorgen. So sollte es immer sein, Daheim.
Geborgenheit und Liebe Davon ein ganz großes Stück, Das ist für mich Mein Zuhause im Glück. Haustiere sind Süße Besonderheiten, Familie gehört Zu meinen Kostbarkeiten. Und egal wo im Leben Ich mich befind‘, Daheim ist dort Wo meine Eltern sind. Gemütlichkeit und Wärme Davon ein großes Stück, Das ist für mich Mein Zuhause im Glück. Heim konnte Alice Nur mit besonderem Reim, Sie sagt was ich denke, Es ist nirgends besser als Daheim!
Meine Heimat liegt oben am Berge zwischen den Wiesen, Wald und Höhn. Wo meine Wiege stand da bleib ich gerne, als ich noch klein war, wie war das schön. Wo der Neckar leise rauschet durch das Tal so klar und hell man der Vöglein Lieder lauschet, die schöne Zeit vergeht so schnell. Kommt dann der Lenz die Kirschen blühen, herrlich ist die Frühlingszeit Vor Freude alle Herzen dann erglühen, Alt und Jung – vergesst das Leid. Schwalben kehren wieder heim unters Dach ins alte Nest. Muss auch jemand einsam sein, wenn Musik erklingt, soll man sich freuen, das ist das Best!
In Empfingen bei mir zu Haus, da gibts `nen leckren Kuchenschmaus. Aus goldnen Gersten unsrer Äcker, schmeckt das ganz besonders lecker. Im Frühling wird der Garten grün und die Blumen fangene an zu blühn. Im Sommer wird es draußen heiß, und wir essen gern ein Eis. Im Herbst da wird es immer bunter und die Blätter fallen runter. Im Winter ist es kalt, aber der Frühling kommt ja bald. Wenn dann die ganze Familie zusammensitzt, erzählt man sich öfters einen Witz. Alle lachen und können sich verstehn. Daheim ist es einfach wunderschön!
Da will ich sein Wo gemütlich im Ofen das Feuer knistert Wo alles „Geborgenheit“ flüstert Die Familie harmonisch zusammen isst Es manchmal auch zwischen den Leuten kracht Aber trotzdem vereint unter einem Dach Die Familie glücklich zusammen lacht Das ist daheim Da will ich sein Sich alles um mich nur dreht Die Mutter mich nie vergisst
dunkel laufe schneller renne plötzlich los höre Schritte hinter mir kann jetzt kaum mehr atmen die Schritte kommen näher, werden lauter mein Herz rast, es wird wohl zerspringen dort vorne sehe ich ein Licht komme meinem Ziel immer näher Schritte sind fort endlich Daheim erleichtert hell öffne Türe Angst bleibt draußen bin endlich Daheim angekommen jetzt fühle ich mich sicher meine Familie gibt mir echte Geborgenheit alle schweren Sorgen fallen von mir ab endlich werde ich ruhig erzähle meine Ängste werde getröstet daheim
So genommen wie ich eigentlich bin, So wie aus deinen Augen geseh´n. So enttäuschend, ich war anders. Ins Nirgends führte es hin. Vertrauen jedes Mal gebrochen, Kaum noch ein einziges Wort gesprochen. Doch jedes Mal wieder versprochen. Erneut verziehen, hätte nicht sein dürfen. Belanglose Kämpfe und Lügen, Ergeben aus hässlichen Fehlern. Wertvolles zerstört durch Betrügen, Wie ich war, seh´ich selbst nicht gern. Zu wissen, du bist immer noch da, Auch wenn vielleicht nie mehr so nah. Hier bin ich; ich. In diesem Gedicht, aber nur durch dich.
Die Jury: Frau Blessing und Frau Schramm