Spritztour in die medizinische Fakultät

Na, hast du gedacht, dass Donnerstagmorgens um 7.29 Uhr schon die halbe Kursstufe des Gymnasiums am Bahnhof anzutreffen ist? Aber klar doch. Schließlich war am 18.11.10 auch Studieninformationstag.

Gut ausgeschildert und mit besten Bus- und Zugverbindungen, erreichten wir schließlich die Fakultät der Medizin, sodass wir noch genügend Zeit hatten, durch einen kleinen Koffeinschub in der nebenanliegenden Mensa unsere Gehirnzellen für die erste Vorlesung in Gang zu setzen. Wobei wir eigentlich nicht auf dem Gang, sondern in super modern ausgestatteten Hörsälen saßen.

Zu unserem Erstaunen wurde uns mitgeteilt, dass sich allein im Sommersemester 3000 Interessenten auf nur 159 Studienplätze bewarben und leider nur 8000 Studienplätze der Humanmedizin jährlich in ganz Deutschland vergeben werden. Unsere Aussicht auf einen Studienplatz in Tübingen wurde mit den letzten zwei Numerus Clausi von 1,1 und 1,2 getrübt. Doch es besteht Hoffnung! Denn nur zwanzig Prozent der Studienplätze werden nach der Abiturnote vergeben, weitere zwanzig Prozent durch die Wartezeit und unsere größte Hoffnung baut auf den restlichen sechzig Prozent auf, welche durch die Auswahl der Universitäten erfolgen. Dabei erhält man durch die Ortspräferenz, sowie durch einen Abzug am Abiturschnitt aufgrund von einem Berufsbonus, Wettbewerbsbonus oder dem freiwilligen Medizinertest einen Vorteil.

Hat man erfreulicher Weise einen Studienplatz erhalten, so stehen einem weitere sechs bezaubernde Studienjahre bevor, in welchen man unter anderem ein Praktikumsjahr in einer Klinik absolviert.

Ruckzuck war die Vorlesung auch schon wieder vorbei und man traf sich in der Mensa, um sich für die nächste Vorlesung zu stärken. Diese handelte von den ethischen Verpflichtungen der Ärzte (Hypokratischer Eid). Dabei gab es eine kleine Diskussion über aktive und passive Sterbehilfe, sowie die Frage nach der Schuld bei Behandlungsfehlern.
Abgerundet wurde dieser Tag mit einer „erholsamen“ Shoppingtour durch Tübingen und einem Sprint zum Zug. Ebenfalls fix und fertig trafen wir unsere Mitschüler im Zugabteil wieder, wo ein reger Informationsaustausch stattfand. Voller Vorfreude auf unseren zukünftigen Studienplatz in Tübingen kamen wir hochmotiviert Freitagmorgens wieder zur Schule.

RM, FM