„Die Brüder Löwenherz“

Die nächste Generation von jungen Schauspielern lud ganz herzlich zu ihrem Debut „Die Brüder Löwenherz“ nach dem preisgekrönten Jugendbuch von Astrid Lindgren ein. Die Spieler aus den Klassen 6 – 9 haben die Vorlage zu einem Theaterstück mit Liedern umgearbeitet und  zeigten das fertige Produkt an diesem Abend. Die Aufführung machte allen Theaterfreunden von 10 bis 100 Jahren Freude. In märchenhafter Form erzählt das Stück die Geschichte der Brüder Löwenherz.

Zum Inhalt

Der neunjährige Karl, genannt Krümel, ist krank und weiß, dass er bald sterben muss. Um ihn zu trösten, erzählt ihm sein älterer, über alles geliebter Bruder Jonathan vom Lande Nangijala, in das man kommt, wenn man gestorben ist. „In Nangijala wird es dir gefallen, denn dort ist noch die Zeit der Sagen und Lagerfeuer“, sagt Jonathan. „Dort wirst du von früh bis spät Abenteuer erleben.“ Doch dann geschieht das Schreckliche: Jonathan stirbt vor Krümel. Er kommt um, als er bei einem Brand den kleinen Bruder schützt. „Weine nicht, Krümel“, sagt Jonathan, bevor er stirbt, „in Nangijala sehen wir uns wieder.“

Krümel muss noch lange auf das versprochene Wiedersehen mit Jonathan warten. Endlich bringen ihn die weißen Vögel nach Nangijala, und vereint erkunden die Brüder Löwenherz die neue Heimat. Bald trübt sich ihr Glück, denn Jonathan berichtet Krümel, dass es hier in Nangijala nicht nur Gutes und Schönes wie das Kirschblütental gibt, sondern auch das Hecken-rosental, in dem Unterdrückung und Unrecht herrschen. Zudem erfährt er, dass sie einen Verräter unter sich haben. Jonathan will sich aufmachen, den uralten Kampf gegen das Böse aufzunehmen, Krümel besiegt seine Angst und schließt sich ihm an. Auch er will „ein Mensch sein und kein Häuflein Dreck“. So beginnt der Aufstand gegen Tengil und seine Vasallen …….

Die Aufführung

Am 20.12.10 in der Aula des Albeck-Gymnasium in Sulz führte die Theater AG unter der Leitung von Frau Weber das Theaterstück „Die Brüder Löwenherz“ auf. In dem Theaterstück geht es um Jonathan und Krümel(Karl) Löwe. Jonathan ist beliebt und stark, im Gegensatz zu seinem Bruder Krümel. Krümel ist schwer krank und hat Angst vor dem Sterben, deshalb erzählt ihm Jonathan von Nangiala. In Nangiala lebt man nach dem Sterben weiter und erlebt viele Abenteuer. Als eines Tages eine Feuersbrunst das Haus von Jonathan und Krümel in Brand setzt, stirbt Jonathan bei dem Versuch Krümel aus dem brennenden Haus zu holen. Krümel überlebt, doch kurz darauf stirbt auch er. Die beiden treffen sich in Nangiala , im Kirschtal wieder. Leider herrscht im Tal gegenüber, im Heckenrosental, Tengil. Er ist grausam und verschleppt Leute in die Höhle von Katlan, einem bösartigen Monster. Deshalb bricht Jonathan auf, um das Heckenrosental zu befreien.

Eigener Eindruck

Als das Stück begann, herrschte gespannte Stille in der Aula. Einige Zuschauer erschraken, als eine Horde Kinder durch die Aula stürmte. Die Kinder spielten Fangen, doch bald wurde ihnen das zu langweilig. Sie überlegten, was sie spielen könnten, als plötzlich eines der Kinder einen Geistesblitz hatte: sie wollten die Geschichte von den Brüdern Löwenherz nachspielen. Alle Kinder suchten ein passendes Kostüm und als jeder eines gefunden hatte, ging es los.

Manchmal gab es kleine Gesangseinlagen und lustige Momente. Die SchauspielerInnen spielten sehr überzeugend und gelungen ihre Rollen und die Zuschauer verfolgten mit großer Spannung und viel Vergnügen das Theaterstück. An manchen Stellen wurde die Geschichte verändert, doch das hielt das Publikum nicht davon ab, so sehr zu applaudieren, dass die SchauspielerInnen und die Leiterin sich dreimal verbeugen mussten.

J.B.

Zur Entstehung:

Was die Arbeit mit den Zwölf- bis Vierzehnjährigen so reizvoll machte, war die Frage, inwieweit sie in der Lage wären mit Begriffen wie dem „Tod“ oder mit Themen wie: Unterdrückung, Anpassung und Widerstand umzugehen und Vorschläge zu deren dramatischer Gestaltung zu machen. Die vielleicht größte Überraschung bei der Entstehung unseres Stückes war es festzustellen, dass nicht allein die „Großen“ (die Sechzehn- bis Zwanzigjährigen) konkret zu verwirklichende Ansätze einbringen können.

Alle Mitspieler erzählten, wie sie sich die Geschichte vorstellten, was für sie im Inhalt entscheidend war, welche Geschehnisse ihrer Meinung nach dargestellt werden müssten und wie die handelnden Personen aussehen könnten. Erstaunlich zu sehen war, wie leicht es Kindern fällt, aus den vielen Nebenhandlungen das Skelett des Textes herauszulösen und sich auf den entscheidenden Handlungsstrang zu konzentrieren.

Recht differenziert und schon sensibel für zu viel Pathos und Kitsch verwarfen die Mitspieler allzu große Rührseligkeit und gaben sich nicht zufrieden mit nur märchenhaften Lösungen.

Eine lebhafte Auseinandersetzung gab es zum Beispiel um den Kampf der Unterdrückten gegen Tengil, den Tyrannen des Heckenrosentales. Wie sich in vielen Improvisationen hier unsere jetzige Spielweise aus Vorschlägen wie zum Beispiel: den Einsatz von Pferden über ein Schattenspiel mit Menschen als Schachfiguren herauskristallisierte, war ein echtes Bemühen um das, was die Kinder sich unter Widerstand und Unterdrückung vorstellten. Auch die Entwicklung der Figur Jossis, des Verräters, wurde heftig diskutiert. Den Gedanken, Jossi durch die direkte Konfrontation mit dem Sterben seiner einstigen Freunde zu bekehren, kam ebenso von den Schülern, wie die Idee, dass Tengil am Ende von seinem Sockel heruntersteigen muss, um, von seinen Vasallen im Stich gelassen, den Kampf mit dem Anführer des Widerstandes aufzunehmen.

Besetzung „ Die Brüder Löwenherz“:

Nathalie Schneider  Jonathan
Sedef Tüfekci  Krümel o. weiße Taube
Elena Holzäpfel     Krümel o. weiße Taube
Tabea Schneider weiße Taube mit Geige
Melanie Huber  Sophia, die Taubenkönigin
Kira Henn  eine tapfere Frau
Maischa Weber   eine Kämpferin
Celina Friedrichson   eine mutige Frau
Maren Schmidtke Mutter und eine der kämpfenden Frauen
Giena Schmidt Orwar, der Freiheitskämpfer
Jessica Schiller Tengil, der Tyrann
Gamze Cebeci  Tengils Wache
Ebru Deymeci Tengils Wache
k.E  Jossi, der Wirt
Xenia Hieber , Matthias Seeger Lichtregie
Katja Ebelt Ton
Ann Kathrin Fanta am Klavier
Paula Jacobs-Fernandez  Geige und Klavier
Sophia Baur  Souffleuse  
U. Weber Regie